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Am Sonntag war es mal wieder soweit, in Duisburg stand der 32. Rhein-Ruhr-Marathon an. Zum Glück habe ich eine Übernachtungs- und Kinderaufpassmöglichkeit vor Ort (genau genommen sogar direkt an der Strecke KM12/33). Also Oma und Opa mit den Kindern besuchen und am Sonntagmorgen ein Läufchen mit Verpflegung. Einzig mir fehlte noch ein Startplatz, was kein Problem gewesen wäre, wäre ich bereit gewesen den Preis für die Nachmeldung kurz vor dem Start zu zahlen. Das war ich dann nicht und so fragte ich auf verschiedenen Kanälen ob irgendwer noch einen Platz habe, den er nicht benötigt.

Natürlich gibt es immer LäuferInnen die aus welchem Grund auch immer nicht starten können, sei es eine Verletzung (gute Besserung) Krankheit der Kinder (gute Besserung), schweres Keine-Lust-Syndrom (kann man nichts machen), Arbeit (kann man nichts machen) oder was auch immer sei. Dies bedeutet aber leider nicht, das man den Startplatz abgeben könnte. Darüber zu streiten ob diese gut oder schlecht ist, dazu habe ich jetzt recht wenig Lust, wollte es nur mal gesagt haben.

Tatsächlich meldete sich jemand, der jemanden kannte, der jemanden wusste der nicht starten wolle und so wäre ein Startplatz frei und für kleines Geld zu haben. Wie schön dies doch in einer Community funktioniert, da ruft man in die Gruppe hinein und recht häufig wird einem geholfen.

Mit der Info schwang ich mich am Sonntagmorgen aufs Rad und fuhr die paar Meter zum MSV Stadion – an dieser Stelle kurz der Hinweis, der MSV ist wieder aufgestiegen! Auf dem Weg dorthin durfte ich durch den Wald radeln – jetzt kommen wir zu der Sache mit der Sonne – im Kopf die Gedanken ob das mit dem Start auch klappt. Da sagte ich zu mir, STOPP, was will ich mehr als an einem frühen Morgen durch einen warmen, sonnigen, durch und durch grünen Wald zu radeln. Ab da genoss ich die Fahrt, die Luft, die Stimmung. Lies mich davon auch den ganzen Tag nicht abbringen. Im Augenblick leben und die Natur geniesen, einer der Gründe um zu laufen.

Am Stadion stellte ich mein Rad quasi direkt in den Zielbereich, ein Grund warum ich den Lauf in Duisburg so schätze, es ist alles überschaubar und kompakt. Kein Absperrungen wie bei einem G7-Gipfel oder anderen Stadtmarathons.

Meinen Startplatz habe ich bekomme und mich ob meiner derzeitigen Verfassung dann bei den Zug-und Bremsläufern die den Halbmarathon in 2:15 laufen angestellt. Als ich zum Start ging, war es wieder da, das Wissen warum man in Duisburg den Marathon oder Halbmarathon laufen sollte. Keine Absperrung, man kann sich einfach irgendwo, irgendwann einreihen und los laufen. Dazu hat man als Halbmarathoni noch den Vorteil von den Marathoni auf die Strecke geschickt zu werden.

Das Wetter mag man für etwas zu warm halten können, aber mit den vielen Verpflegungspunkten kein Problem. Die Geschwindigkeit brauchte ich nicht im Blick zu haben, dafür noch mal ganz vielen lieben Dank an Gustav (den ich auch nächstes Jahr bei der TTdR sehen werde) und Carsten. Sie machten Ihre Sache gut und ich konnte ganz entspannt laufen. Die ersten paar Kilometer um in Tritt zu kommen, nach 9km eine Dixi-Pause um dann etwas Gas zu geben um aufzuschliessen. Bei KM12 ein Motivationsschub durch meine Kinder und von da ab waren es ja eigentlich nur noch ein paar Kilometer zum Ziel.

Die Stimmung im Feld war gelassen heiter und an der Strecke fröhlich und laut. Besonders gefallen hat mir der lautstarke Ansager, der zu dem ein oder anderen Läufer seine Witze machte und natürlich die Traubenzucker und Salzstangen Straße in Wedau. Dort stehen Jung und Alt und versuchen einen zu versorgen mit den leckeren Dingen – ich nahm ein paar Salzstangen.

Kurz vor dem Stadion erklärte ich den Mitläufern sie mögen doch bitte daran denken zu lächeln wenn wir einlaufen, es soll ja nicht so aussehen als ob wir vollkommen am Ende seien. Einige konnten sich zu einem müden Lächeln aufraffen…

Ich für meinen Teil grinste über das ganze Gesicht und fühlte mich wunderbar. Nachdem ich mich bei Gustav brav für das Tempomachen bedankt hatte, holte ich mir ein paar Getränke, ein Shirt und ein kurzes gespräch mit Gerd von den Borbecker Raketen. Er hatte den Zug und Bremsläufer für die 2 Stunden gemacht und war höchst zufrieden mit sich und der Welt.

Als ich ums Stadion bei meinem Rad angekommen war, kamen gerade die ersten des Marathon um die Ecke gefegt. Die waren wirklich schnell unterwegs und ich frage mich was die wohl von der Strecke sehen 🙂

Die Veranstaltung in Duisburg ist wirklich etwas ganz besonderes, die Helfer, die Organisation, die Stimmung sind einzigartig, weil noch nicht alles durchkommerzialisiert ist. Außerdem ist sie mit knapp 6000 Teilnehmern (davon knapp die Hälfte bei Halben) wirklich gut überschaubar. Ich komme bestimmt wieder, vielleicht nehme ich das als Auslauflauf nach der TTdR.

Dem Startplatzbesorger noch einmal den größtmöglichen Dank, genau wie der Organisation, den Helfern und Zuschauern für den netten Vormittag.

p.s.: Halbmarathon hat den Vorteil, man ist nicht so kaputt und kommt pünktlich zu Essen, es gab Sauerbraten mit Klößen.

p.s.s: Am 5.06.2016 geht der 33. Rhein-Ruhr Marathon an den Start

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