Bimmel, Bimmel, Bimmel – ein Geräusch das mich wahrscheinlich noch einige Zeit verfolgen wird. Nachdem ich in Monschau gedacht habe Höhenmeter gehen konnte ich ja prima nach Sonthofen reisen um dort den APM Allgäu Panorama Marathon zu machen. Nur weil es doppelt so hoch hinauf geht kann es ja nicht so schlimm sein. Im Unterschied zu Monschau bin ich hier allein gelaufen, da ich fast nur Ultrateilnehmer kannte (die ich ab jetzt um so mehr bewundere).

Die Nacht zuvor habe ich schlecht und wenig geschlafen – das ist keine Entschuldigung – und mich mit Kopfschmerzen geplagt. Gegen 7 Uhr habe ich eine Ibo eingeworfen, was getrunken und gefrühstückt und um 8 Uhr am Start ging es mir gut. Tatsächlich hatte ich überlegt nicht zu laufen, weil es mir einfach nicht gut ging, aber wahrscheinlich hilft das Adrenalin ganz gut. Ich fühlte mich bei Start am Allgäu Outlet, nicht nur so lala, sondern freute mich auf den Lauf. Da es am Vorabend nicht geklappt hatte mit den Startunterlagen, holte ich die kurz vor dem Lauf ab, was sehr gut funktionierte. Es gab einen hübschen Rucksack und allerlei nützlichen Kram, der dann direkt im LKW landete. An den Start, Runtastic anwerfen und ab gehts. Man sagte mir die ersten 10 KM ginge es nur bergauf, was nicht ganz stimmte, die ersten 3 sind nämlich flach. Danach allerdings geht es bergauf und bergauf und bergauf. Was mich, der ich ja nur ankommen und von nichts treiben lassen wollte dazu brachte einen großen Teil der der Kilometer zwischen 3 und 16 einfach zu wandern. Damit war ich nicht unbedingt allein, aber da man nur schwer bergauf mit hecheln reden kann, erledigte das dennoch jeder für sich.

Nach 14km erreicht man den höchsten Punkt (ich kann mir sowas nicht merken, also die Namen von Berggipfeln, aber auf der Karte findet man das bestimmt). Davor gab es den ein oder anderen VP und man kann die Organisatoren nicht genug loben für die tolle Versorgung. Immer nach Anstiegen standen freundliche Helfer mit allem was man so wollte da und erfrischten die Teilnehmer.

Da ich ja auf dem höchsten Punkt war, konnte ja nicht mehr viel kommen, dachte ich. Der Trick ist, man rennt einfach ein Stück bergab um dann noch mal so richtig steil bergauf zu gehen. Damit erreichte man dann bei KM17 wirklich den Punkt wo nichts mehr Schlimmes auf einen wartete. Um genau zu sein erwartete einen sogar nach einer rasanten bergab Strecke ein VP der Extraklasse, inklusive Schmalzbroten, Salz etc. und ungefähr die Mitte der Strecke. Danach ging es über eine sehr lang gestreckte Strasse bergab und bergab und bergab. Unten angekommen noch ein VP und man war schon bei KM 30. Mir taten zu diesem Zeitpunkt die Oberschenkel nicht nur hinten (vom bergauf laufen) sondern auch die Vorderseiten weh (vom bergab laufen), aber ich wollte ja nur ankommen.

Es ging ein Stück flach an einer Strasse entlang nur um nach einem sehr schönen Waldstück damit zu enden, das eine freundliche Helferin sagte nach dem Parkplatz geht es links hoch. Sowas wollte ich wirklich nicht mehr hören, aber es half ja nichts. Die Passage war aber wie so viele geprägt von landschaftlichen Reizen. Der Marathon macht seinem Namen wirklich alle Ehre, es gibt so wunderbare Blicke auf die Landschaft, man nimmt Erinnerungen mit die einen noch lange begleiten. Genaus so begleiten wie das gebimmel der Kuhglocken die wirklich überall zu hören waren. Unten im Tal gab es kaum noch Kühe aber wieder mehr Zuschauer die es sich nicht haben nehmen lassen auch mit Glocken Lärm zu erzeugen.

Der Schluß geht flach an der Iller lang und dort wurden wir noch einmal verwöhnt mit VPs. Besondere Erwähnung soll dabei der Mann mit der Gieskann finden, der mich ordentlich abgekühlt hat. Zwischenzeitlich war es ja angenehm warm geworden was in der Höhe nicht so aufgefallen ist. Da ich mit den Kräften schon recht am Ende war, legte ich reichlich Gehpausen ein und überholte, bzw. wurde dabei immer mal wieder überholt.  Nach knapp 6 Stunden dann im Ziel mit Handschlag von Axel begrüßt werden ist wirklich toll. Die Stimmung am Wonnemar glich einem Volksfest und man konnte in viele glückliche und zufriedene Gesichter sehen. Die Versorgung nach dem Lauf war so wie man es sich wünscht (Wasser, Cola, Bier, Iso, Obst, Kuchen, Pizza…).

Wenn es im nächsten Jahr passt, komme ich wieder und mache mal eine etwas längere Strecke, dann trainiere ich vorher aber mehr Höhenmeter und lasse Monschau aus. Aber wer einen gepflegten Marathon mit Höhenmetern, tollen Aussichten auf Berge, toller Stimmung, perfekter Versorgung und echtem Erlebnis sucht ist hier genau richtig.

Advertisements