Ganz ehrlich? ich hatte Angst, Angst nicht genug trainiert zu haben und dann noch der Urlaub mit den Kindern und 0 Kilometern, hat nicht zwingend geholfen mir Sicherheit zu geben. Also habe ich mich am Vorabend, schon im Schlafsack liegend entschieden doch nur den Marathon und nicht die 56km zu laufen. Auch da hatte ich noch meine Bedenken, war aber ganz guter Hoffnung, dadurch das ich mit Holgi starten wollte nicht zu schnell anzugehen. Also zackig am Morgen umgemeldet (das Finisher-Shirt mit dem Ultraaufdruck habe ich auch wieder abgegeben und gegen Marathon getauscht).

Bei bestem Wetter und allerbeste Laune dann los auf die Strecke. Da Holgi in Monschau schon ein paar Mal gelaufen ist, wussten wir was auf uns zu kommt. Erst einmal bergab, wohl wissend, dass wir die Strecke auch wieder rauf müssen. Dann durch den Wald mit Rauf und Runter Passagen, ganz wunderbar, hin und wieder durch ein Dörfchen und oder ein Feld. So müssen Landschaftsläufe sein, man kommt aus dem Wald und da ist sie, die Aussicht über die Eifel. Oder man rennt in den Wald und hat einen kleinen Bach am Rand der malerisch vor sich hinplätschert. Nach 20-25km haben wir dann immer mal wieder den Läufer mit der Startnummer 100 vor uns und sein und mein Tempo passen ganz gut zusammen. Also verbringe ich den Rest der Strecke neben ihm quatschend, sich von Läufergroßtaten erzählend. Nach 5 Stunden kommen wir höchstentspannt ins Ziel, verabschieden uns und verabreden uns fürs nächste Jahr. Genau so wie ich mich verabredet habe mit dem 74 jährigen Niederländer der dieses „200 Marathon“ T-Shirt trägt. Wir treffen uns in 28 Jahren, weil dann will er in der M100 den Marathon-Rekord brechen und ich will bis dahin auch 250 Marathons gelaufen sein.

Was zum Lauf bzw. zur Veranstaltung, sie ist wirklich toll organisiert, die Helfer freuen sich auf jeden der an den VP kommt, sind bis zum Letzten freundlich und hilfsbereit. Zum Ende hin dachte ich nur noch an VPs vorbei zu laufen so dicht gedrängt waren da die Stände. Die Bevölkerung hatte ihren Spaß, klatscht und geniest das schöne Wetter. Die gesamte Organisation war so ruhig und friedlich, man konnte sich einfach aufs Laufen konzentrieren. Mein Dank an die Veranstalter.

Mein Dank natürlich auch an meinen Laufkumpel Holgi, der mir nicht nur Unterschlupf in seinem Zelt gewährte, sondern mich überhaupt zu dem Lauf gebracht hatte und mich so lange begleitet hat.

Ach ja, die Angst war wie so oft unbegründet, wenn man einen Marathon in der Geschwindigkeit zurücklegt muss man sich kaum Sorgen machen. Nächstes Jahr mache ich da den Ultra wenn es zeitlich passt. Für den Marathon jetzt am Wochenende fühle ich mich auf jeden Fall gut gerüstet.

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