Aber von Anfang an. Durch twitter bzw. Carmen Frisch kam ich zu einem kostenlosen Start beim Mainzer Marathon am 6.Mai. Eine Woche vorher wäre ich eigentlich in Iserlohn um den Seilersee gelaufen, hatte dann aber darauf verzichtet wegen Knie (ist alles gut, Knie geht es prima nach dem Marathon).

Also am Sonntag um kurz vor 6 raus aus den Federn, ab ins Auto und durch den Regen nach Mainz. Eigentlich hatte ich in Wiesbaden parken und dann mit der S-Bahn rüber fahren wollen. Gut das ich es nicht gemacht habe. Das Parkhaus 100 Meter von Start entfernt war zu der Zeit als ich ankam noch leer und man versicherte mir, es wäre heuet kostenlos zu benutzen (stimmte leider nicht…).

Aber früh da zu sein hat ja auch was und so konnte ich meine Unterlagen ohne Schlange stehen abholen. Auf der Marathonmesse – wieder nix dabei für mich, bin einfach kein Gadget-Käufer – dann nette Menschen getroffen. Tom, Steffen und Melanie die Runningfreaks, die am WE zuvor 160 bzw. 140km gelaufen sind, Birger, Mr. Slabon himself, der am Samstag noch schnell in Belgien 60km gelaufen ist. Also mehr so Ultraläufer und fast alle bei der TorTour dabei. Was können die herrlich Unsinn erzählen, „Warmlaufen vor einem Marathon, wieso ist doch alles warm laufen.“ Was bin ich aufgeregt“ etc. hoffentlich haben nicht zu viele das gehört…

Nach einem Kaffee, für den ich dann doch anstehen musste und einer zweiten Runde über die Messe, brachte ich schnell mein Zeugs ins Auto und trollte mich zum Start. Da da noch was raus musste suchte ich nach Dixies, aber ein freundliches Hotel direkt an der Startaufstellung erlaubte den Besuch der Örtlichkeiten – perfekt.

In der Startaufstellung suchte ich dann nach Tom der vielleicht mit mir gemütlich auf 4:30 laufen wollte (er beendete den Lauf in 3:5X also doch etwas schneller), fand ihn aber nicht. Aber beim Rumstehen und gucken fiel mir wieder auf warum ich solche Stadtläufe wohl immer weniger haben möchte. Eingepfercht mit all den Anderen, stand ich bei ganz leichtem Nieselregen dumm rum. In der Ferne startete der Lauf und es brauchte 7 Minuten bis ich zum Start kam, dafür hörte exakt ab Start der Regen auf.

Geplant hatte ich den Lauf in 6:30min/km Schnitt zu laufen und so versuchte ich einfach langsam zu bleiben. Nach drei KM musste ich mich kurz um die Blase kümmern und konnte danach lockerer laufen. Immer einen Tick zu schnell aber nichts schlimmes, schon passend für das gewünschte Tempo. Es war voll, aber so weit hinten dann auch nicht zu voll. Die Verpflegungspunkte waren ordentlich zu erkennen und es gab reichlich, wenn auch recht kaltes Wasser. Kilometer 10 erreichte ich nach 63 Minuten was ungefähr mit der gewünschten Pace passte. Ab jetzt nur noch auslaufen meinte ich zu meinem Laufnachbarn und er fragte wie viele Km noch und ich 32…  Kurz danach habe ich auch Tom und Birger auf einem Wendestück gesehen und gewusst dass ich wohl nicht mit Tom laufen werde, den ich über die Zeit kurz vor mir vermutete.

Die Strecke ist schön flach und man kann einfach so vor sich hinlaufen, bei km 15 oder so fiel mir auf dass ich wahrscheinlich mit unglaublich vielen, sehr gemütlich unterwegs seienden Halbmarathonis auf der Strecke bin. Beim Einlauf auf die Zielgrade für den HM gab es wunderbare Hinweisschilder für die Marathonläufer und schwubs ging es an den feiernden HMlern vorbei auf die zweite Runde und direkt den Mörderanstieg über die Brücke (ach, 2:12 für den HM).

Wie gesagt die Strecke war flach und wie ich fand doch recht langweilig, ein Teil durchs Industriegebiet, ein anderer als Wendestrecke an einer Bahnlinie entlang. Nach der Brücke wenigstens mal durch ein Wohngebiet zur Abwechslung, wobei ich nicht entscheiden mag ob die Häuser für den Mara oder vielleicht einen anderen Umzug geschmückt waren. Stimmungsmässig war hier dann nur an vereinzelten Stellen was zu hören. Wieder zurück auf der Brücke, sprach ich mit einer Französin die sich wegen Magenproblemen schon recht quälte. Wir stellten gemeinsam fest dass es schönere Laufstrecken gibt, aber dei aussicht auf der Brücke doch schon was hat. Sie lies mich dann ziehen und ich zog das Tempo etwas an und erlaubte mir 6er Schnitt, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass sich das irgendwann rächen würde.

Hat es sich aber nicht, ich lief einfach weiter die 5km in je knapp 30 Minuten, trank an dem ein oder anderen VP Wasser/Frubiase-Mix und zwischendurch eine Banane. Auf der zweiten Runde habe ich dann nur noch überholt, was ich ganz witzig fand es zu können. Klasse Orga, wie viele freundliche Helfer so ein Stadtmarathon einfach braucht, habe überhaupt nicht nachgesehen was der eigentlich gekostet hätte, aber von daher ist er seinen Preis wert. Als ich auf die 40km zu lief war ich verwundert wie schnell so ein Marathon doch vorbei sein kann.

Noch das kurze Stück durch die Innenstadt und die Zielgrade entlang. Mit 4:18 ins Ziel, also einen negativen Split, wie gewünscht. Da ging mir ein Satz durch den Kopf den ich schon immer mal schreiben wollte: Ich bin den Marathon zu schnell gelaufen. Sollte ja nur ein Trainingslauf sein und eigentlich als Test für die TTdR und die dort zu erwartende Geschwindigkeit, hat also nicht geklappt.

Die Zielversorgung war dann „interessant“ ist das richtige Wort. Als erstes gab es einen riesigen Erdingerstand an dem man dann fragen konnte wo es noch etwas anderes zu trinken gab. Unter der Rheingoldhalle am Eingang zur Tiefgarage, wenn man es mal Gemütlich mag. Neben dem Wasser gab es noch Bananen und Äpfel, ein versteckter Colastand und Kekse. Wenigstens habe ich erfahren das Melanie neue Bestzeit gelaufen ist, bevor ich mich aus der zugigen Unterführung zum Auto verabschiedete.

Wenn mir einer vor 4 Jahren gesagt hätte ich laufe mal einen Marathon zum Training hätte ich es wohl belächelt, aber das ich den auch noch zu schnell laufe finde ich dann schon lächerlich.

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