4:45 Uhr der Wecker klingelt. Laufsachen liegen bereit, der Apfelkuchen ist fertig, noch einen Kaffee gemacht und ab ins Auto. Zwei Stunden fahren, Kuchen abgeben, nachmelden. Brötchen holen und dann Kaffee beim Bruderherz (zum Glück musste der eh aufstehen, sonst klingel ich recht ungern bei jemanden um halb Acht an einem Sonntagmorgen). Wieder rüber fahren zum Schacht Prosper Haniel und auf einmal ist da alles voll mit Menschen, wo noch vor 1 1/2 Stunden alles ruhig war. Viele viele Menschen getroffen und erzählt und gelacht. Die Wechselkleidung in die Kaue gebracht und unter die Decke gehangen. Vor dem Start noch erzählt und etwas Abseits gestanden, auf einmal geht der Startschuss los und uns fällt ein dass es losgeht. Dann mal auf geht’s, entspanntes Loslaufen mit Steffen an meiner Seite. Die ersten Kilometer gehen gut voran und irgendwann finden wir auch Tanja die mit uns laufen wollte. Mit rumblödeln bei herrlichem Laufwetter (die Sonne zeigte sich nicht, aber trockene 13° Grad was will man mehr), schnell mal die ersten 25 km erledigt, die ganze Zeit wissend das wir viel zu schnell unterwegs sind.

Irgendwann bei Kilometer 30 werden wir ruhiger, wie immer bei solchen Strecken, jeder hängt seinen Gedanken nach. Bei den Verpflegungsstationen bedanken wir uns dafür dass die Leute sich da mitten in den Wald stellen und sagen auf Wiedersehen bis zum nächsten Jahr. Auf dem Weg zum 40. Kilometer bedankt sich Steffen für den netten Lauf und meint er macht jetzt was langsamer. Nach 42,195 Kilometern ist ein „M“ auf dem Boden zu sehen und ich freue mich bis dahin so locker durchgelaufen zu sein. Zwei Kilometer weiter ist es dann nämlich auch vorbei mit der Lockerheit, ich schicke Tanja vor und mache eine kurze Gehpause. Dann läuft es aber wieder, ich lege zwar noch ein-zwei Gehpausen ein, und komme auf die Zielgerade, bzw. die letzten 500 Meter. Von da an ist es nur noch ein tänzeln und Spaß haben bis ins Ziel. Sofort bekomme ich eine Medaille und ein Plastikumhang. Danach erst einmal Durst löschen und trinken, trinken, trinken. Leute beglückwünschen zu Ihren guten Zeiten, selber sich über die gute Zeit freuen, andere ins Ziel kommen sehen mit den gleichen fröhlichen Gesichtern.

Dann gibt es die beste Dusche aller Laufveranstaltungen die ich kenne. In der Kaue der Zeche Prosper Haniel, gibt es ausreichend und vor allen Dingen warme Duschen. Herrlich nach so einem Lauf.

Letztes Jahr beim Bottroper Herbstlauf bin ich meinen ersten 50er gelaufen und fand es großartig. Auf Strecken jenseits der 42km ist alles wesentlich gelassener, die Leute entspannter, man muss sich nicht hetzen. Besonders natürlich hier auf meinem Heimatrevier macht so ein langer Ausflug Freude, kenne ich doch quasi jeden Zweig am Wegesrand von zahllosen Radtouren. Aber auch die Atmosphäre wie z. B. beim Start mit seinem Überraschungsmoment, dass es jetzt los geht, so was passiert einem bei einem 10er eher selten. Wenn dann das Wetter mitspielt, nette Menschen in ausreichender Zahl dabei sind, dann schmeckt auch der Nachlaufkuchen.

Um uns herum wurde schon langsam alles abgebaut und wir hatten noch unseren Kaffee vor uns und quatschten. Da ich aber auch heim zur Familie wollte verabschiedete ich mich, nicht ohne die Verabredungen für den nächsten Lauf schon gefixt zu haben.

Wenn Laufveranstaltungen so ablaufen weiß man warum man läuft, einfach weil es Spaß macht.

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